Smart Locker Retrofit: Warum bestehende Schließfachanlagen nicht ersetzt werden müssen
Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren smarte Schließfachanlagen eingeführt – für Post, Pakete, IT-Geräte, persönliche Übergaben oder als Teil moderner Workplace-Konzepte. Die Idee war richtig: physische Übergaben sollten sicherer, flexibler und digitaler werden.
Doch inzwischen zeigt sich in vielen Organisationen ein neues Problem. Die Anlage steht. Die Fächer funktionieren. Die mechanische Substanz ist oft noch völlig in Ordnung. Aber die Software passt nicht mehr zur Realität des Unternehmens.
Manchmal wird die ursprüngliche Software nicht mehr aktiv weiterentwickelt. Manchmal ist der Hersteller nicht mehr verfügbar oder der Support reagiert nicht mehr so, wie es für einen kritischen Betriebsprozess notwendig wäre. In anderen Fällen hat sich schlicht das Unternehmen weiterentwickelt: Aus einer einfachen Paketfachanlage soll plötzlich eine Plattform für Post, IT-Ausgabe, Peer-to-Peer-Übergaben, Schlüssel, Fuhrpark, Facility-Prozesse oder interne Logistik werden.
Dann steht schnell die Frage im Raum: Muss die gesamte Schließfachanlage ersetzt werden?
Unsere Antwort lautet in vielen Fällen: Nein. Nicht zwingend.
Denn oft ist nicht der Schrank das Problem, sondern die Software.
Das eigentliche Problem: Die Anlage ist da, aber der Prozess ist weitergezogen
Viele Smart-Locker-Projekte wurden ursprünglich sehr eng gedacht. Ein konkretes Problem, eine Anlage, ein Use Case. Zum Beispiel:
- Paketabholung für Mitarbeitende
- Postverteilung an Abteilungen
- Persönliche Schließfächer im Desk-Sharing-Konzept
- Einfache Ausgabe von Gegenständen
- Ein Sonderprozess für eine bestimmte Abteilung
Das funktioniert zu Beginn häufig gut. Doch mit der Zeit wachsen die Anforderungen.
Die Poststelle möchte Sendungen nachvollziehbar dokumentieren. Die IT möchte Laptops, Smartphones oder Zubehör asynchron ausgeben und zurücknehmen. Facility Management möchte Schlüssel oder Ausrüstung verwalten. HR denkt über Onboarding-Prozesse nach. Mitarbeitende möchten Gegenstände untereinander sicher übergeben. Und das Unternehmen erwartet Transparenz, Reporting, Rollenrechte, SSO, Mandantenfähigkeit, Benachrichtigungen und ein sauberes Track & Trace.
Genau hier stoßen viele Bestandsanlagen an ihre Grenzen. Nicht, weil die Fächer schlecht wären. Nicht, weil die Mechanik unbrauchbar wäre. Sondern weil die Software nur für den ursprünglichen Anwendungsfall gebaut wurde.
Das ist in modernen Arbeitswelten besonders relevant. Hybride Arbeit, Desk-Sharing und flexible Bürostrukturen erhöhen die Reibung bei physischen Übergaben deutlich. Der feste Schreibtisch als natürlicher Ablage- und Übergabepunkt fällt weg. Damit wird eine smarte, transaktionale Infrastruktur wichtiger – insbesondere für Post, IT, Schlüssel und Peer-to-Peer-Prozesse.
Warum also die Anlage wegwerfen?
Eine Schließfachanlage besteht im Wesentlichen aus zwei Ebenen.
Die erste Ebene ist die physische Infrastruktur: Schrankkorpus, Türen, Fächer, Schlösser, Verkabelung, Einbauumgebung, Möbelintegration.
Die zweite Ebene ist die intelligente Infrastruktur: Software, Controller, Bedieneinheit, Benutzerverwaltung, Berechtigungen, Benachrichtigungen, Schnittstellen, Logging, Reporting und Prozesslogik.
In klassischen Projekten werden beide Ebenen oft gemeinsam betrachtet. Wenn die Software nicht mehr passt, wird automatisch über eine neue Anlage gesprochen. Aus unserer Sicht ist das häufig zu kurz gedacht.
Denn wenn die vorhandene Schrankanlage mechanisch solide ist, die Fächer brauchbar dimensioniert sind und die elektrische Ansteuerung technisch erschlossen werden kann, dann ist ein kompletter Austausch nicht immer notwendig.
Dann ist die bessere Frage: Kann man die bestehende Anlage NetLocker-fähig machen?
Genau dafür steht NetLocker Retrofit.
Vorher/Nachher: dieselbe Anlage – mit neuer NetLocker-Bedieneinheit
Was bedeutet NetLocker Retrofit?
NetLocker Retrofit bedeutet: Eine vorhandene Schließfachanlage wird technisch geprüft und – sofern geeignet – mit neuer NetLocker-Technik und NetLocker-Software weiterbetrieben.
Die bestehende Schrankanlage bleibt im Kern erhalten. Der Korpus bleibt. Die Fächer bleiben. Die vorhandene Einbausituation bleibt. Die Investition in Möbel, Fläche und Mechanik wird geschützt.
Modernisiert wird die intelligente Ebene. Typischerweise bedeutet das: Die bestehende Bedieneinheit wird ersetzt oder technisch neu aufgebaut. Häufig wird dafür eine neue Tür oder Frontplatte für das Technikfach gefertigt, die exakt in die vorhandene Aufnahme passt. In diese neue Technikfront werden die NetLocker-Komponenten integriert: Touch-Display, Identifikation, Barcode-Scanner und die notwendigen Bedienelemente.
Im vorhandenen Technikfach wird anschließend die NetLocker-Steuerung eingebracht. Die vorhandenen Schlösser werden geprüft und – je nach technischer Situation – an neue Controller angebunden. Damit kann die Anlage künftig über die NetLocker-Software gesteuert werden.
Das Ergebnis: Aus einer bestehenden Schließfachanlage wird eine moderne Übergabeplattform.
Oder kürzer gesagt: Die Anlage bleibt. Die Software wird neu gedacht.
Wann ist Retrofit besonders sinnvoll?
Ein Retrofit ist besonders interessant, wenn eine oder mehrere der folgenden Situationen zutreffen.
Das Unternehmen besitzt bereits eine smarte Schließfachanlage, ist aber mit der Software nicht mehr zufrieden. Vielleicht ist die Bedienung umständlich, die Oberfläche veraltet oder der Funktionsumfang zu eng. Vielleicht fehlen Rollenmodelle, Schnittstellen, Benachrichtigungen, Auswertungen oder saubere Nachweise.
Ein weiterer typischer Fall: Die Software wird nicht mehr aktiv gewartet. Gerade bei Lösungen, die über Jahre gewachsen sind oder von kleineren Spezialanbietern stammen, kann das zum Problem werden. Eine Schließfachanlage ist im Alltag oft kritischer, als man zunächst denkt. Wenn Post, IT-Geräte, Schlüssel oder sensible Dokumente darüber laufen, braucht es ein System, das langfristig betreut, aktualisiert und supportet wird.
Auch veränderte Use Cases sind ein starker Treiber. Viele Anlagen wurden für einen einzigen Prozess angeschafft. Heute sollen sie aber deutlich mehr können. Aus dem Paketfach wird ein Workplace Hub. Aus der Postfachanlage wird eine Plattform für interne Logistik. Aus einem statischen Fachkonzept wird ein dynamisches Übergabesystem.
Und schließlich gibt es den wirtschaftlichen Blick: Eine komplette Neuanschaffung verursacht nicht nur neue Hardwarekosten. Sie verursacht Demontage, Entsorgung, bauliche Anpassungen, Projektaufwand, interne Abstimmung, mögliche Betriebsunterbrechungen und erneute Einführungsaufwände.
Wenn die vorhandene Anlage technisch geeignet ist, kann ein Retrofit deshalb eine sehr attraktive Alternative sein.
Die wichtigsten Vorteile eines Smart-Locker-Retrofits
1. Bestehende Investitionen schützen
Eine Schließfachanlage ist nicht nur ein Stück Technik. Sie ist oft Teil der Gebäudestruktur, der Innenarchitektur und der Betriebsorganisation. Sie wurde geplant, beschafft, eingebaut, abgenommen und in Prozesse integriert.
Ein kompletter Austausch bedeutet, diese Investition teilweise abzuschreiben – obwohl die Hardware noch nutzbar wäre. Retrofit schützt diese Investition. Die bestehende Anlage wird nicht entsorgt, sondern aufgewertet. Das Unternehmen nutzt weiter, was bereits vorhanden ist, und investiert gezielt dort, wo der eigentliche Engpass liegt: in Software, Steuerung und Prozessfähigkeit.
2. Ein Bruchteil der Kosten im Vergleich zur Neuanschaffung
Eine neue Smart-Locker-Anlage verursacht Kosten für Schrankbau, Elektronik, Lieferung, Montage, Projektmanagement, Inbetriebnahme und Software.
Beim Retrofit entfällt ein erheblicher Teil dieser Kosten, weil die Schrankstruktur bereits vorhanden ist. Natürlich ist jedes Retrofit-Projekt individuell. Die technische Prüfung ist entscheidend. Nicht jede Anlage ist geeignet, und nicht jedes Schloss oder jede Verkabelung lässt sich wirtschaftlich übernehmen. Aber wenn die Voraussetzungen passen, ist der Kostenunterschied zur kompletten Neuanschaffung häufig erheblich. Der Grund ist einfach: Es wird nicht alles ersetzt. Es wird gezielt modernisiert.
3. Weniger baulicher Aufwand, weniger Betriebsunterbrechung
Ein kompletter Austausch einer Schließfachanlage ist oft ein größeres Projekt. Die bestehende Anlage muss demontiert, entsorgt und ersetzt werden. Je nach Einbausituation sind Boden, Wand, Möbelbau, Brandschutz, Stromversorgung oder Netzwerk erneut zu berücksichtigen.
Beim Retrofit kann die vorhandene Struktur in vielen Fällen an Ort und Stelle bleiben. Die Arbeiten konzentrieren sich auf Technikfach, Bedieneinheit, Controller, Verkabelung und Inbetriebnahme. Das reduziert nicht nur den Aufwand, sondern auch die Störung im laufenden Betrieb. Gerade in Bestandsgebäuden, Hauptverwaltungen, Campus-Situationen oder sensiblen Betriebsbereichen ist das ein wesentlicher Vorteil.
4. Nachhaltiger als Austausch und Entsorgung
Retrofit ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch ressourcenschonend. Eine bestehende Schließfachanlage besteht aus Metall, Holz, Elektronik, Schlössern, Verkabelung, Beschlägen und teilweise individuell gefertigten Bauteilen. Wird sie komplett ersetzt, entsteht Abfall – obwohl große Teile der Anlage noch funktional sind.
Beim Retrofit bleibt die mechanische Substanz erhalten. Es werden nur die Komponenten ersetzt, die für die neue Funktion notwendig sind. Das spart Material, vermeidet unnötige Entsorgung und verlängert die Nutzungsdauer vorhandener Infrastruktur. In Zeiten von ESG, Nachhaltigkeitsberichten und ressourcenschonender Beschaffung ist das mehr als ein Nebenaspekt. Es ist ein starkes Argument für Facility Management, Einkauf und Unternehmensleitung.
5. Die Anlage wird von einem Fach zu einer Plattform
Viele ältere Smart-Locker-Systeme sind fachorientiert gedacht: Ein Fach wird belegt, ein Nutzer holt etwas ab, der Prozess ist abgeschlossen. Moderne Workplace-Prozesse sind komplexer. Heute geht es um:
- Post und Pakete
- IT-Ausgabe und IT-Rücknahme
- Onboarding und Offboarding
- Peer-to-Peer-Übergaben
- Schlüsselverwaltung
- Fuhrparkprozesse
- Facility- und Serviceübergaben
- Externe Dienstleister
- Interne Logistik
- Temporäre Berechtigungen
- Nachvollziehbarkeit und Reporting
NetLocker ist genau für solche transaktionalen Übergabeprozesse entwickelt. Die Software unterstützt unter anderem Rollen, Logging, Benachrichtigungen, dynamische oder statische Fachzuweisungen, Vertretungen, Weiterleitungen und die Integration bestehender Unternehmensausweise. Damit wird aus einer vorhandenen Anlage nicht einfach „dieselbe Anlage mit neuer Oberfläche“. Sie wird zu einer Plattform für unterschiedliche Übergabeszenarien.
6. Dynamische Nutzung statt statischer Fachlogik
Ein entscheidender Unterschied moderner Smart-Locker-Software liegt in der dynamischen Nutzung. Viele alte Anlagen orientieren sich an statischen Fächern: Person A hat Fach 12, Abteilung B hat Fach 28, Bereich C hat Fach 34. Das klingt zunächst einfach, führt aber schnell zu schlechter Auslastung.
Denn nicht jede Person erhält täglich Post. Nicht jede Abteilung braucht dauerhaft ein eigenes Fach. Nicht jeder Prozess hat denselben Platzbedarf. Dynamische Fachzuweisung bedeutet: Das System wählt das passende Fach für den konkreten Vorgang. Ein kleines Fach für einen Brief. Ein größeres Fach für ein Paket. Ein freies Fach für eine IT-Übergabe. Ein temporär nutzbares Fach für eine Peer-to-Peer-Übergabe. Dadurch wird die vorhandene Fachkapazität deutlich besser genutzt. Die Anlage muss nicht größer sein, sondern intelligenter gesteuert werden.
7. Mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit
Bei physischen Übergaben stellt sich immer die gleiche Frage: Wer hat wann was übergeben, eingelagert, geöffnet oder abgeholt?
Bei einfachen Systemen bleibt diese Frage oft unzureichend beantwortet. Das ist unproblematisch, solange es nur um unkritische Gegenstände geht. Es wird aber relevant, sobald sensible Dokumente, IT-Geräte, Schlüssel, Ausweise, vertrauliche Unterlagen oder wertvolle Gegenstände betroffen sind. NetLocker dokumentiert wesentliche Aktivitäten und schafft damit eine nachvollziehbare Prozesskette. Genau dieser Track-&-Trace-Gedanke ist der Unterschied zwischen einem einfachen Fachsystem und einer transaktionalen Übergabeplattform. Gerade in Organisationen mit Compliance-Anforderungen, Datenschutzvorgaben, internen Audits oder sicherheitsrelevanten Übergaben ist das ein wesentlicher Vorteil.
8. Bessere Integration in die IT-Landschaft
Viele ältere Anlagen sind Insellösungen. Sie funktionieren für sich, sind aber nur begrenzt in die Unternehmens-IT integriert. Moderne Anforderungen sehen anders aus.
Benutzer sollen nicht doppelt gepflegt werden. Berechtigungen sollen über vorhandene Stammdaten kommen. Die Anmeldung soll über Unternehmensidentitäten oder SSO möglich sein. Mitarbeiterausweise sollen genutzt werden. Benachrichtigungen sollen automatisch erfolgen. Webzugriff soll ohne lokale Softwareinstallationen möglich sein. NetLocker ist als webbasierte Anwendung konzipiert und kann je nach Projekt sowohl On-Premises als auch cloudbasiert betrieben werden. In der technischen Beschreibung sind unter anderem Browser-Zugriff, SSO-Optionen, Integration vorhandener Unternehmensausweise sowie die Kommunikation zwischen Server und Schließfachanlage beschrieben. Für Retrofit-Projekte ist das besonders wichtig: Die physische Anlage wird weiterverwendet, aber softwareseitig in eine moderne Betriebs- und Integrationslogik überführt.
9. Bilanziell und steuerlich prüfenswert
Auch aus kaufmännischer Sicht kann Retrofit interessant sein. Viele ältere Anlagen sind bilanziell bereits ganz oder weitgehend abgeschrieben. Technisch und operativ haben sie aber weiterhin einen Wert. Durch ein Retrofit wird dieser vorhandene Vermögensgegenstand funktional aufgewertet, ohne dass zwingend eine komplett neue Anlage angeschafft werden muss.
Je nach Land, Bilanzierung, Vertragsgestaltung und konkreter Maßnahme kann eine Umrüstung steuerlich unterschiedlich behandelt werden. In Deutschland ist bei Modernisierung und Instandsetzung grundsätzlich zwischen Erhaltungsaufwand, nachträglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu unterscheiden; aktuelle Fachbeiträge und BMF-Hinweise zeigen, dass die Abgrenzung im Einzelfall wesentlich ist. Für Unternehmen heißt das: Ein Retrofit sollte nicht nur technisch, sondern auch kaufmännisch sauber geprüft werden. In vielen Fällen kann die Frage spannend sein, ob die Maßnahme eher als Reparatur, Modernisierung, Erhaltungsaufwand oder nachträgliche Investition einzuordnen ist. Das sollte immer mit Steuerberatung und Buchhaltung abgestimmt werden.
Der wirtschaftliche Charme bleibt: Eine vorhandene Anlage erhält neue Nutzungsfähigkeit, neue Prozesse und neue Lebensdauer.
Wie läuft ein NetLocker Retrofit-Projekt ab?
Ein Retrofit beginnt nicht mit dem Schraubenzieher, sondern mit einer technischen Prüfung.
Zunächst wird analysiert, welche Anlage vorhanden ist. Dazu gehören Hersteller, Bauweise, Fachstruktur, Schlossart, Verkabelung, vorhandene Steuerung, Stromversorgung, Netzwerk, Technikfach, mechanische Zugänglichkeit und Einbausituation.
Danach wird geprüft, welche Teile erhalten bleiben können und welche ersetzt werden müssen. Besonders wichtig sind dabei die Schnittstellen zu den Schlössern und die Frage, wie die NetLocker-Steuerung sauber in das bestehende Technikfach integriert werden kann.
Im nächsten Schritt entsteht ein technisches Konzept. Häufig wird eine neue Tür oder Frontplatte für das Technikfach geplant. Diese nimmt die neue Bedieneinheit auf: Display, Identifikation, Barcode-Scanner und gegebenenfalls weitere Komponenten.
Anschließend folgt die Umsetzung: neue Technikfront, neue Controller, neue Verkabelung der Schlösser, Installation der NetLocker-Software, Konfiguration der Prozesse, Tests, Schulung und Inbetriebnahme.
Der Ablauf lässt sich vereinfacht so beschreiben:
- Bestandsanlage prüfen – Mechanik, Schlösser, Verkabelung, Technikfach und Einbausituation werden analysiert.
- Retrofit-Konzept erstellen – Es wird definiert, welche Komponenten weitergenutzt und welche ersetzt werden.
- Bedieneinheit erneuern – Die vorhandene Technikfront wird durch eine neue Frontplatte oder Technikfachtür mit NetLocker-Komponenten ersetzt.
- Steuerung integrieren – Die Schlösser werden auf neue Controller geführt und mit der NetLocker-Software verbunden.
- Prozesse konfigurieren – Post, IT, Peer-to-Peer, Schlüssel, Fuhrpark oder weitere Use Cases werden eingerichtet.
- Testen und in Betrieb nehmen – Die Anlage wird technisch, funktional und organisatorisch in den Livebetrieb überführt.
Umrüstung vor Ort: Einbau der neuen NetLocker-Technikfront
Detail: neue Verkabelung und Controller-Anbindung im Technikraum oben
Was muss technisch geprüft werden?
Nicht jede Anlage eignet sich automatisch für ein Retrofit. Deshalb ist eine ehrliche technische Bewertung wichtig. Entscheidend sind unter anderem:
- Sind die vorhandenen Schlösser ansteuerbar?
- Ist die Verkabelung zugänglich und dokumentierbar?
- Gibt es ein nutzbares Technikfach?
- Lässt sich eine neue Bedieneinheit mechanisch sauber integrieren?
- Ist ausreichend Platz für Controller und Netzwerktechnik vorhanden?
- Sind Stromversorgung und Netzwerkanschluss geeignet?
- Können Sicherheitsanforderungen erfüllt werden?
- Ist die Anlage mechanisch in einem Zustand, der eine weitere Nutzungsdauer rechtfertigt?
- Passen Fachgrößen und Kapazität zu den künftigen Prozessen?
Diese Prüfung ist wichtig, weil Retrofit kein pauschales Versprechen ist. Es ist ein technisches Modernisierungskonzept, das dann besonders stark ist, wenn die vorhandene Schrankhardware solide ist und die eigentliche Schwachstelle in Software und Steuerung liegt.
Technische Prüfung vor Ort: geöffnetes Technikfach der Bestandsanlage
Typische neue Anwendungsfälle nach dem Retrofit
Der größte Mehrwert entsteht, wenn die vorhandene Anlage nicht nur „weiterläuft“, sondern neue Aufgaben übernimmt.
Ein ehemaliges Paketfachsystem kann nach dem Retrofit zum zentralen Übergabepunkt für interne Post werden. Mitarbeitende werden automatisch benachrichtigt, können Sendungen zeitunabhängig abholen, und die Poststelle erhält eine saubere Dokumentation.
Die IT kann Geräte ausgeben und zurücknehmen, ohne Termine koordinieren zu müssen. Ein neuer Laptop, ein Ersatzgerät, Zubehör oder ein defektes Smartphone können über die Anlage bereitgestellt oder zurückgegeben werden.
Mitarbeitende können Gegenstände untereinander übergeben, auch wenn sie nicht gleichzeitig im Büro sind. Das ist besonders relevant in hybriden Arbeitsmodellen.
Facility Management kann Schlüssel, Ausweise, Werkzeuge oder andere Ressourcen kontrolliert bereitstellen. Fuhrparkverantwortliche können Fahrzeugschlüssel nachvollziehbar ausgeben und zurücknehmen.
Damit wird die Anlage zu einem physischen Übergabe-Hub im Gebäude.
Retrofit ist auch eine Antwort auf das New-Work-Dilemma
In vielen Unternehmen wurde New Work vor allem über Flächen gedacht: weniger feste Arbeitsplätze, mehr Flexibilität, bessere Kollaborationsflächen, Homeoffice, Desk-Sharing.
Das ist nachvollziehbar. Aber es löst nicht automatisch die operativen Übergabeprozesse.
Im Gegenteil: Wenn Mitarbeitende nicht mehr täglich am gleichen Platz sitzen, steigen die Reibungsverluste bei physischen Übergaben. Der klassische Schreibtisch als Zustellpunkt verschwindet. Die Rezeption wird zum Zwischenlager. Die Poststelle sucht Empfänger. Die IT koordiniert Termine. Mitarbeitende laufen zu zentralen Abholpunkten oder fragen nach, ob etwas angekommen ist.
In unserer Analyse zu Office-Workflow-Transaktionen wurde genau dieser operative blinde Fleck untersucht: Flexible Arbeitsmodelle reduzieren zwar bestimmte Flächenkosten, können aber ohne smarte Infrastruktur neue Prozesskosten erzeugen. Smarte transaktionale Locker wirken hier als asynchroner Puffer zwischen Sender und Empfänger.
Retrofit ist deshalb mehr als eine technische Maßnahme. Es ist ein Weg, vorhandene Infrastruktur an die Realität moderner Arbeit anzupassen.
Wann ist Neuanschaffung trotzdem sinnvoller?
Retrofit ist nicht immer die beste Lösung.
Wenn die bestehende Anlage mechanisch verschlissen ist, die Fachgrößen nicht mehr passen, die Schlösser nicht wirtschaftlich integrierbar sind oder der Standort ohnehin baulich neu geplant wird, kann eine neue Anlage sinnvoller sein.
Auch wenn ein Unternehmen deutlich andere Kapazitäten benötigt, andere Materialien wünscht oder ein komplett neues architektonisches Konzept verfolgt, kann ein Neubau die bessere Entscheidung sein.
Deshalb ist die erste Frage nicht: Retrofit oder Neuanschaffung?
Die bessere Frage lautet: Welche Teile der bestehenden Anlage haben noch Zukunftswert – und wo liegt der eigentliche Engpass?
Wenn der Engpass in der Software liegt, sollte Retrofit ernsthaft geprüft werden.
Fazit: Nicht die Schließfächer sind alt. Oft ist es nur die Softwarelogik.
Viele bestehende Smart-Locker-Anlagen haben mehr Potenzial, als auf den ersten Blick sichtbar ist.
Sie stehen am richtigen Ort. Sie sind baulich integriert. Die Fächer sind vorhanden. Die Nutzer kennen die Anlage. Die Investition ist getätigt.
Was fehlt, ist oft nur eine moderne Softwareplattform, die heutige Anforderungen abbildet.
NetLocker Retrofit setzt genau hier an. Die vorhandene Anlage bleibt erhalten. Die Technik wird modernisiert. Die Software übernimmt die Steuerung. Und aus einer in die Jahre gekommenen Lösung wird eine zukunftsfähige Plattform für Post, IT, Peer-to-Peer, Schlüssel, Fuhrpark und Facility-Prozesse.
Das ist wirtschaftlich interessant. Das ist ressourcenschonend. Das ist organisatorisch sinnvoll. Und es ist oft deutlich pragmatischer als ein kompletter Austausch.
Warum also eine funktionierende Anlage wegwerfen, wenn man sie mit neuer Software wieder wertvoll machen kann?
Jetzt prüfen: Ist Ihre Anlage NetLocker-fähig?
Sie haben bereits eine smarte Schließfachanlage im Einsatz, sind aber mit Software, Wartung oder Funktionsumfang nicht mehr zufrieden?
Dann prüfen wir gerne, ob Ihre bestehende Anlage NetLocker-fähig ist.
NetLocker Retrofit: Bestehende Anlage weiter nutzen. Software neu denken. Prozesse modernisieren.